Stimmung gegen Ende des Jerusalemtags

Der Jerusalemtag wird gefeiert am 28. Mai und bedeutet die Wiedervereinigung der ehemals zweigeteilten Stadt im Jahr 1967. Nicht alle Bevölkerungsgruppen sind mit der damit verbundenen Verwaltung durch den Staat Israel einverstanden. Gegen Abend wollen einige aus unserer Gruppe noch letzte Einkäufe in der Stadt erledigen. Dieses Vorhaben misslingt, weil es in der Nähe unseres Hotels zu einem Tumult auf der Straße kommt. Steine fliegen, von Tränengas ist die Rede. Die Israelische Polizei schreitet ein, der Krawall wird aufgelöst. Ein wenig konsterniert gehen wir zum Abendessen.

Gegen 21. Uhr begebe ich mich auf die Dachterrasse des Hotels Ritz, um in Ruhe den Bericht von Gerda, Gisela und Eliane in den Laptop einzutippen. Ein kühler Wind weht. Bei aller Hitze des Tages – in Jerusalem kann es abends dennoch ziemlich frisch sein. Während ich ins Schreiben vertieft bin, beginnen irgendwann die Muezzine mit ihrem Aufruf zum Abendgebet. Von den vielen verschiedenen Minaretten ertönt ihr melodischer Gesang, geht wie untereinander abgesprochen ineinander über, verwoben zu einem wundervollen Klangteppich über dem im abendlichen Lichterglanz liegenden Jerusalem. Und in dieser feierlich anmutenden Stimmung wünsche ich mir, Jerusalem wäre immer so friedlich, wie es in diesem Moment erscheint.

 Adelheid

DSC_0251

Dieser Beitrag wurde unter Pilgerfahrt 2014 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.