Die letzten 2 Tage unserer Pilgerfahrt

Vergangenheitsbewältigung

Am Mittwoch, dem 28.05.14 kann jeder seinen Tag selber gestalten. Etwa 30 Personen unserer Gruppe entscheiden sich für die Teilnahme an der angebotenen Fahrt zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Marion führt uns am Anfang zum Denkmal für die Kinder. In einem total dunklen und verspiegelten Gang (Halle) leuchten unzählbare Lichter. In die Stille hinein nennen abwechselnd eine Frauen- und Männerstimme den Namen, Herkunftsland und Alter eines umgebrachten Kindes. Ein beklemmender Raum für uns.

In dem Hauptgebäude wird dann der Werdegang des Holocaust in vielen Originalteilen, Filmen, Bildern und Schriftstücken dargestellt. Es ist eine Erweiterung und Ergänzung von dem, was wir aus den deutschen Medien und der Literatur bisher bereits kannten.

Für mich persönlich bleibt die Erkenntnis: Zur Deutschen Kultur und Geschichte gehören eben nicht nur Ereignisse wie die Varusschlacht im Teutoburger Wald sowie die großen Dichter, Denker und Komponisten, sondern leider auch die planmäßig durchgeführte Judenvernichtung in Europa durch das Naziregime. Wir Nachfolgegenerationen sollten uns der Verantwortung bewusst sein, dass so etwas niemals wieder passieren darf.

Erholung finden wir anschließend, wie am Tag zuvor, im österreichischen Hospiz, mitten in der Jerusalemer Altstadt. Es ist Jerusalem-Tag und die Stadt ist voller Menschen. Es geht teilweise laut her in den Basargassen.

Die Messe in der Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg findet dann am Nachmittag leider nicht statt, es gab am Tag zuvor einen kleinen Brandanschlag. Der Novize Simeon stellt sich als echter Mayener Jung vor, was natürlich direkt eine gewisse Vertrautheit herstellt. Er erzählt, dass der Grund für den Anschlag der Papstbesuch gewesen sein kann. Die Aufräumungsarbeiten sind noch im Gang. Wir weichen mit unserer Andacht auf die benachbarte Franziskanerkirche aus und können dann aber am Abflugtag, morgens um Zehn an einer feierlichen Messe in der Benediktinerabtei teilnehmen. Dies ist ein würdiger Abschluss unserer Reise. Die Kirche hat eine hervorragende Akustik und die Ausstattung ist sehenswert.

Wir nehmen anschließend Abschied von Jerusalem und der Bus bringt uns nach Jaffa bei Tel Aviv. Der Ort liegt direkt am Meer mit einem schönen Strand und entsprechendem Panorama. Wir besichtigen noch die Kirche St. Peter auf einem kleinen Hügel oberhalb des Meeres und fahren anschließend zum Flughafen Ben Gurion. Er gilt als einer der sichersten der Welt.

Marion hilft uns noch beim einchecken und verabschiedet sich dann. Mit ihr hatten wir die 11 Tage eine kompetente und neutrale Reiseleiterin, die immer beide Seiten bei ihren Erklärungen berücksichtigte. Unser Fahrer Johnny lenkte den Bus immer gekonnt und mit Umsicht, auch durch engste Straßen.

Das Personal im Flughafen ist sehr zuvorkommend und freundlich und die Abfertigung geschieht problemlos. Kurz nach 19.oo Ortszeit hebt der Flieger ab und mit einem letzten Blick auf die Skyline von Tel Aviv verabschieden wir uns vom Heiligen Land und nehmen Kurs auf die Heimat.

Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg

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