Tempelberg und Grabeskirche

Heute sind wir nach dem zeitigen Frühstück um 6.50 Uhr, fast noch vor dem ersten Hahnenschrei, aufgebrochen. Unser erstes Ziel: Der Felsendom und die Al Aksa Moschee auf dem Tempelberg (Berg Moriah).

Doch zunächst hieß es anstellen am Sicherheitskontrollpunkt vor der Klagemauer. Brave Pilger wie wir, die den guten Anweisungen ihrer Reiseleitung folgen, d.h. ohne jegliche Taschen und mit „heiliger Kleidung“, werden hier zügig eingelassen.

Wir erreichen den Tempelplatz: Betende Menschen, verschiedene Pilgergruppen und hohe Präsenz der Polizei. Beeindruckende Momente vor dem Felsendom mit seiner goldenen Kuppel. Ein passender Ort für unser Gruppenfoto. Dann wird uns die angespannte Situation hier oben deutlich, als muslimische Frauen und Männer mit sehr lauten Gebetsrufen reagieren, wo immer jüdische Besucher auftauchen!

Wir verlassen den Platz und gehen zur St. Anna Kirche und den Bethesda-Teichen. Wir geben ein kleines „Konzert“ in dieser Kirche, die für ihre gute Akustik bekannt ist. Spontaner Dirigent ist unser Monsignore J. Schrupp!

Wir gehen weiter durch die Altstadt und erreichen Lithostrotos, die Gerichtsstelle, an der auch Jesus verurteilt wurde. Hier befindet sich noch ein Stück des damaligen Wegepflasters. Es ist recht gut erhalten. Wir sehen in die Steine eingeritzte Spiele. Sie stammen wohl von den ehemaligen Wachsoldaten und dienten ihnen als Zeitvertreib!

Jetzt geht`s weiter zur Geißelungskapelle. Wir dürfen die Heilige Messe feiern. Auch ohne Liederhefte (wir sind ja heute ohne Gepäck unterwegs!) wird es eine stimmungsvolle Messe.

Einige Häuser weiter machen wir Mittagspause im österreichischen Hospiz. Hmmm…! Wienerschnitzel – Käsespatzen – Apfelstrudel….mmmh! Eine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit inmitten Jerusalems buntem Trubel der Altstadt. Noch ein Blick vom Dach, dann wieder zurück in die schmalen Gassen.

Unser nächstes Ziel ist die Grabeskirche. Wir nehmen den Pilgerweg durch die Via Dolorosa, dem Leidensweg Jesu mit den Kreuzwegstationen. An einigen Stationen halten wir inne und beten mit Monsignore J. Schrupp.

Zu dieser Zeit verursachen wir jedesmal einen kleinen Stau in der Via Dolorosa, wenn wir stehen bleiben. Denn hier reiht sich ein kleiner Laden an den anderen und für die Menschen in Jerusalem geht das Alltagsleben weiter. Die letzten drei Stationen sind innerhalb der Grabeskirche:

der Felsen Golgotha =       XII

der Salbungsstein     =       XIII

das Grab Jesu            =      XIV.

Hunderte von Menschen wollen den Felsen, den Salbungsstein und das Grab berühren. Überall lange Warteschlangen. Wir beschließen, dass ab hier jeder für sie alleine weiter geht. Der Rest des Nachmittags steht uns zur freien Verfügung bis zum Abendessen um 19.00 Uhr.

 Nachtprogramm:

Nach der Anmeldung bei einem Franziskanerpater erhalten wir die Erlaubnis, von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr in der Frühe in der verschlossenen Grabeskirche zu verbringen. Er macht sich eine Notiz und gibt uns eindringliche Anweisung, wo wir um 20.45 Uhr sein müssen!

No foto, no singing, no sleeping!!! No light (Kerzen)! Only for Prayers!

Und so sitzen Pater Medryk, Eliane, Gisela und Gerda mit 8 weiteren Pilgern um kurz vor neun brav auf einer Holzbank am Eingang der Kirche. Wir beobachten das Schließungsritual der Kirche, dann nochmal eindringliche aber freundliche Hinweise für die Nacht. No sleeping!!…

Jetzt wird die Kirche erstmal gereinigt. Wir Pilger machen uns auf den Weg und suchen ein erstes Gebetsplätzchen – jeder für sich. Während der Nacht betet man mal hier, mal dort. Wir dürfen uns überall frei bewegen – sitzen – knien – stehen. STILLE!

Gegen 23.30 Uhr beginnen an der Grabeskapelle die Vorbereitungen zur griechisch-orthodoxen Messe. Wir sind stille Beobachter, als sie um 0.30 Uhr beginnt. Zum Nachtgebet der Franziskaner vor dem Tabernakel ihrer Kirche sind wir aber eingeladen. Dann schließen sie ihre Kirche und wir hören, riechen (Weihrauch) und sehen, wie die griechisch-orthodoxe Messe gefeiert wird. Sie dauert sehr lange, bis 2.15 Uhr; dann dürfen wir auch wieder ans Grab Jesu. Viel Zeit, hier zu verweilen. Manchmal werden uns die Augenlider schwer…. Ein wenig hin- und hergehen hilft. Oder den Gebetsplatz wechseln: Hinab in die Krypta oder nach oben, nach Golgotha. Ab 3.45 Uhr beginnen die Vorbereitungen für die Morgenmesse in der Grabeskapelle.

Unsere Nacht endet mit dem Öffnungsritual des Kirchenportals.

Müde, aber froh und dankbar, machen wir uns auf den Weg zum Hotel.

 Tagesredaktion 27. auf 28.05.2014: Gisela & Eliane & Gerda

IMG_2772 IMG_2778 IMG_2779 IMG_2785 IMG_2789 IMG_2795 IMG_2796 P1040323 P1040338 P1040339 P1040346 P1040348 P1040349 P1040385 P1040387IMG_2801 IMG_2802 IMG_2804 IMG_2810 P1040365 P1040370 P1040372 P1040379 P1040382

IMG_2829 IMG_2842 P1040404 P1040409 P1040413 P1040414 P1040416 P1040417 P1040422

Dieser Beitrag wurde unter Pilgerfahrt 2014 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.